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Frieden schaffen ohne Waffen?

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In seiner Ansprache zum ersten Ökumenischen Friedensgebet lädt Kreuzkirchenpfarrer Dr. Martin Gröger zu einer differenzierten Betrachtung ein.

 

Angesichts der bedrückenden Situation an der Grenze der Ukraine luden die Kirchen in Bonn in großer ökumenischer Verbundenheit in die Kreuzkirche ein.

Mit dabei beim ersten Ökumenischen Friedensgebet für die Ukraine waren die neue Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, Esther Runkel, Superintendent Dietmar Pistorius und Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken.

Lesen Sie hier den gottesdienstlichen Impuls von Kreuzkirchenpfarrer Dr. Martin Gröger:

„Waffen können niemals ein Weg sein, um Frieden zu schaffen.“ So vor ein paar Tagen Präses Annette Kurschus, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Meiner Meinung nach ist dieser Satz richtig und falsch zugleich. Auch ich will Frieden. Und als Christ ist mir wichtig, alles zu tun, damit Frieden bewahrt bleibt. Es ist und bleibt ein Problem, dass die Bundesrepublik Deutschland zu den größten Waffenexporteuren der Welt gehört. Die Krisengebiete der Welt werden mit deutschen Waffen überflutet. Das soll und darf nicht sein.

Aber wenn ein Staat, aktuell die Ukraine, droht überfallen zu werden, dann braucht es dort Waffen. Und dann braucht es eine Kirche, die mehr zu sagen hat, als dass es keine Waffen geben darf.

Dem Horror des drohenden Krieges und der Gewalt müssen wir Einhalt gebieten und das so schnell wie möglich. Dazu gehört alles erdenkliche politische Engagement und diplomatische Können, um Frieden herzustellen. Wenn das nicht reicht, gehört dazu auch, den Soldatinnen und Soldaten, die ihr Leben riskieren, zu wünschen, dass sie bewahrt bleiben und sicher wieder nach Hause kommen. Sie haben Waffen, sonst wären sie keine Soldatinnen und Soldaten. Soldatinnen und Soldaten stehen auf beiden Seiten der ukrainischen Grenzen. Die ukrainischen Soldatinnen und Soldaten dürfen nicht in dieselbe Schublade gesteckt werden wie jene, die vorsätzlich Angst und Schrecken verbreiten. Angst und Schrecken wird an der ukrainischen Grenze verbreitet. Wenn Russland dort seine Truppen verschiebt, ist dies kein Truppenabzug, sondern dient dem Ziel, die Welt in Angst und Schrecken zu halten.

(Gro)