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Christbaum ade - Christfest ade?

Wir kennen alle die etwas melancholische Stimmung nach Weihnachten, aber alles Zaudern hilft nichts. Ein Bericht von Pfarrer Rüdiger Petrat.

 

Eines Tages ist es soweit: Der Christbaum und mit ihm die ganze Weihnachtsstimmung müssen abgeschmückt und entsorgt werden. Auch unserer großen Kirchenkrippe und den Christbäumen auf dem Kirchplatz und in der Kirche erging es nicht anders. Am Samstag, den 23. Januar 2021, kam Herr Dr. Ditges mit der Motorsäge. Vorher wurde abgeschmückt, denn viele Bonner hatten ihre Hoffnungen in Päckchenform an den Kirchplatzbaum gehängt:

„Ich wünsche mir, dass die Coronaplage bald vorbei ist!“, oder: „Beschütze meine Großeltern!“ „Ich hoffe dass meine Beziehungen nicht abreißen.“,  „Ich hoffe, dass die Schule bald öffnet.“, „Ich wünsche mir viel mehr Liebe untereinander!“, „Hoffentlich reißt die Gesellschaft nicht auseinander.“ Ein wahrer Hoffnungsbaum musste gefällt werden, und das war traurig. Aber die freundlichen Worte des Küsters, Herrn Willaredt, das leckere Frühstück vom Pfarrer und die gut gelaunten Helfer halfen darüber hinweg. 

Behutsam wurden die aus Bethlehemer Ölbaumstümpfen geschnitzte Krippe in den neuverputzten Kirchenkeller getragen. Die langen Lichterketten mit den Herrnhuter Sternen wurden liebevoll eingepackt. Weihnachten ade? Geblieben ist die Erinnerung, dass der Christbaum den Menschen symbolisiert (Psalm 1): Sein Leben ist mit guten Früchten behangen und ein Licht in der Welt, wenn er Christus nachfolgt. Wir haben die Symbole entsorgt in der Hoffnung, dass viele Menschen dadurch zu einem fröhlichen Christsein angeregt wurden. 

Während der Weihnachtsschmuck bei vielen Menschen nun im Keller oder auf dem Dachboden ruht, darf sich unser Christsein jetzt auf den Straßen und Plätzen des Alltags bewähren. Gottes Liebe will alle Menschen erreichen. Insofern kann Weihnachten auch durch uns weiterleben. Gottes Geist gebe uns dazu sein Geleit!  

 

Ihr Pfarrer Rüdiger Petrat