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Ich rufe zu Gott

... der meine Sache zum guten Ende führt!

Hoffnungsschimmer: Gedanken von Pfarrer Petrat

 

Hoffnungsschimmer

Medien veröffentlichen gerne das meistgebrauchte Wort des Jahres oder auch das „Unwort des Jahres“. Solange brauchen wir aber nicht auf wichtige Worte warten. Eine Kommission der christlichen Siedlung Herrnhut, 100 km hinter Dresden, lost seit Jahrhunderten für jeden Tag aus der Bibel ein „Wort des Tages“ aus. Dies wird international veröffentlicht.  In Deutschland heißt es „Herrnhuter Losung“, in Frankreich „Le Parole“. Es ist ein Wort der Heiligen Schrift, je eins aus dem Alten Testament und eins aus dem Neuen Testament. Weltweit laden sich viele Menschen dieses Wort des Tages kostenlos aufs Handy oder auf den PC. Während man es in der Morgen- oder Abendstille meditiert, erfährt man sich verbunden mit Gott und der weltweiten Christenheit.

Eine Losung traf mich in dieser Zeit in der wir alle auf Normalität warten besonders: „Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.“ Es ist die Lebenserfahrung eines unbekannten Dichters. Als Psalm 57, Vers 3 ist diese Erfahrung tausende Jahre durch die Bibel erhalten geblieben. Unzählige Menschen haben – dem Vorbild folgend – genau dieselbe Erfahrung gemacht: Jemand wird von einer Not getroffen, dass er fast depressiv wird. Aber er schluckt das Problem nicht herunter, wo es dann jahrelang sein Innerstes zerstört. Nein, dieser Mensch holt tief Luft und schreit seine Not laut heraus. Wie befreiend kann so etwas sein!

Und er ruft es nicht vor die leere Wand. Er ruft es dem zu, der sein Leid beenden kann oder zu tragen hilft. Dieser Mensch hat erlebt, dass es Gott ist, der höher ist als der höchste Schuldenberg, tiefer als der tiefste Schmerz, weiter als die weiteste Einsamkeit. Und er hat erfahren, dass dieser Gott die problematische Sache zum guten Ende führt. Weil Gott den Überblick hat, führt er manchmal schneller, manchmal langsamer als gewünscht und sooft ganz anders und viel besser als man es gedacht hat. Aber sein Ziel ist immer ein gutes Ende.

Wer dem vertrauen kann, der wird gelassener an der Zukunft bauen. Panik und Stress blättern ab. Denn bei all unserem Planen und Arbeiten ist es letztlich der Schöpfer dieser Welt, der Regen und Sonne schenkt, damit unsere Saat irgendwann aufgeht, blüht und Frucht bringt. Hoffen wir mit dieser Tageslosung und einer gehörigen Portion klugem Handeln auf ein gutes Ende der kleinen und großen Sorgen, die uns jetzt so belasten.

Ihr Rüdiger Petrat, Kreuzkirchenpfarrer