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Kirche? Aber sicher!

Lockdown für Kulturangebote, aber nicht für Gottesdienste? Superintendent Dietmar Pistorius nimmt Stellung.

Kultureinrichtungen müssen schließen, obwohl dort kaum Corona-Infektionen nachweisbar sind, während Gottesdienste, die doch Hotspots gewesen seien, stattfinden dürfen - zu dieser aktuellen Diskussion in den sozialen Medien äußert sich Superintendent Dietmar Pistorius: 

"Die aktuelle Corona-Schutzverordnung des Landes stellt einen riesigen Vertrauensbeweis dar, der die Hygienekonzepte, die wir in den Kirchen erarbeitet haben, würdigt. Jedoch teile ich die kritische Anfrage, ob eine pauschale Schließung der Kultureinrichtungen - und m. E. auch der Gastronomie - angemessen ist.

Zumindest von den Einrichtungen, die ich in den letzten Wochen besucht habe, kann ich sagen, dass deren Hygienekonzepte hinter den kirchlichen Hygienekonzepten nicht zurückstehen. Ich hätte es begrüßt, wenn die Mittel, die jetzt zur Unterstützung der Unternehmen eingesetzt werden, aufgebracht worden wären, um eine Überprüfung und gegebenenfalls Beratung von Hygienekonzepten vor Ort zu ermöglichen. Ein funktionierendes Hygienekonzept ermöglicht einen dauerhaften Betrieb. Mit der jetzigen Maßnahme werden wir möglicherweise nur einen temporären, keinen nachhaltigen Effekt erreichen.

Davon zu unterscheiden ist allerdings die durch das Grundrecht der freien Religionsausübung garantierte freie Religionsausübung und die ebenfalls im Grundgesetz garantierte Souveränität der Religionsgemeinschaften! In diesem Rahmen haben wir als Landeskirchen nachweislich funktionierende Hygieneregeln getroffen und uns in der freien Religionsausübung selbst beschränkt: Sämtliche Hotspots in Gottesdiensten sind nämlich nicht in den Landeskirchen zu verorten, sondern in wenigen Freikirchen, die keine vergleichbaren Maßnahmen ergriffen haben.

Insbesondere im Blick auf Weihnachten möchte ich Ihnen sagen: Die Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland planen und handeln verantwortungsvoll! Und anders als die vielfach angeführte Begründung für den zeitlich befristeten Lockdown "light", dann könnten wir Weihnachten ordentlich feiern, suggeriert, endet die Verantwortung der Evangelischen Kirche nicht am 24. Dezember!"

(Thomas Gampp)