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Ob ich Gehör finde?

Gott hat versprochen zu hören und zu reagieren

Ein geistlicher Impuls zum Sonntag Exaudi (24. Mai 2020) von Pfarrer Petrat online

Der Sonntag Exaudi hat seinen Namen von dem lateinischen Anfangswort des historischen Psalmworts für diesen Sonntag. Auf Deutsch übersetzt heißt es "Höre!" oder auch "Erhöre mich!".

„Ob ich Gehör finde?“ fragen wir uns manchmal, wenn wir ein dringendes Anliegen haben und von Entscheidungen anderer abhängig sind. Abhängig sind alle Menschen von dem, der das Leben gibt und nimmt, es segnet oder fallen lässt: von Gott, unserem Schöpfer. Zu ihm ruft darum der biblische Beter im Psalm 27: „Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe!“

Was würden Sie Gott zurufen, wenn er Ihnen zuhören würde? Einen Dank? Eine Bitte? Einen Vorwurf? Eine Frage? Halten Sie einen Moment stille und denken sie darüber nach… und dann sagen Sie es Gott. Er hat versprochen zu hören und zu reagieren.

Manche Beter können wir belauschen. Zum Beispiel den, der in der Antike sein Gebet der Gemeinde in Ephesus schrieb (Epheserbrief 3,14-17, NGÜ):

„Gott, dem jede Familie im Himmel und auf der Erde ihr Dasein verdankt

und der unerschöpflich reich ist an Macht und Herrlichkeit;

gebe euch durch seinen Geist innere Kraft und Stärke.

Es ist mein Gebet, dass Christus aufgrund des Glaubens in euren Herzen wohnt

und dass euer Leben in der Liebe verwurzelt und auf das Fundament der Liebe gegründet ist.“

Man kann nur hoffen, dass Gott dieses selbstlose Gebet erhört hat. Denn den Menschen in Ephesus standen große Schwierigkeiten bevor. Die römische Politik rief zur Christenverfolgung auf. Menschen die Jesus nachfolgten mussten um ihr Leben bangen, wussten nicht ein noch aus. Aber Jesus hatte noch beim letzten Abendmahl seinen Nachfolgern den Heiligen Geist versprochen, den „Tröster“, den „Gerichtsbeistand“ in aller Not. Dieser Geist der Wahrheit soll der Welt ihre Schuld aufdecken. Auch meine. Er führt über Schuldbekenntnis und Vergebung zur Erneuerung des Menschen. Und zur Erlösung der Schöpfung.

Mitten unter den notleidenden Nationen geht es uns in der Corona-Krise relativ gut. Ein selbstloses Gebet um Kraft und Stärke für Menschen im Zerbruch sollte uns einige Minuten wert sein.  Und wenn die Bitte um Gottes- und Nächstenliebe in Erfüllung geht, wird auch die weltweite Hilfe zügig und gerecht anlaufen. Denn zu unserem Gebet gehört immer auch unsere Tat und Gottes Segen.

Seien wir also gespannt, wie Gott unser Gebet erhört!

Ihr Pfarrer Rüdiger Petrat